Fair Play - Fan Nr 1
  Olaf Thon
 
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  Olaf Thon führt das Unternehmen Thon
   

Schermbeck. In Schermbeck hat sich Weltmeister Olaf Thon niedergelassen.Übrigens schon 1994 als er von Bayern zurück nach Schalke ging. „Wir haben zunächst zehn Jahre in Alt-Schermbeck gewohnt“, erzählt Thon. „Jetzt leben wir in Bricht. Viel Holz, Münchener Einschlag! Bei der Sache mit dem Sofa wird gefuscht. Olaf Thon will sich nicht zuhause auf der Coach fotografieren lassen. „Ich habe immer geguckt, dass ich ein bisschen was von meiner Privatsphäre behalte“, sagt der Fußball-Weltmeister von 1990. Das ist absolut in Ordnung und auch kein Problem, also wird das Sofa-Foto eben auf einer Eckbank im Cafe Hennewig in Schermbeck gemacht. Dort, wo Thon jeden Samstag und Sonntag seine Brötchen holt. Na dann los!Der 44-Jährige lächelt Richtung Kamera, und man merkt, dass er das schon tausendmal gemacht hat. Die Sache mit der Privatsphäre. Es vergehen im Cafe Hennewig keine fünf Minuten, und das Kicker-Idol muss das erste Autogramm für einen Fan schreiben, der noch nicht auf der Welt gewesen sein dürfte, als Thon seine Karriere 2003 beendete. Der gebürtige Gelsenkirchener lässt sich den Stift geben und kritzelt artig seinen Namen auf ein Blatt Papier. Das hier ist aber nicht die Regel“, sagt Thon, nachdem der Junge wieder gegangen ist. „Ich bin hier völlig frei, die Leute machen ihr Ding, und außerdem kennt mich auch nicht jeder.“ Und außerdem soll der 1,70 Meter kleine Mann in der Gemeinde am Rand des Niederrheins nicht gerade durch divenhaftes Verhalten auffallen. Sagen auch die Schermbecker. „Ach, der Thon, der geht ganz normal bei Rewe einkaufen, so wie wir auch.“ Wäre das auch geklärt.Thon betreibt das „Unternehmen Thon“, eine florierende Ich-AG mit Sitz in Schermbeck. Der Ex-Nationalspieler hat sich „schon immer für Wirtschaft interessiert“, macht „seit Ewigkeiten in Immobilien, ohne da jetzt näher drauf eingehen zu wollen“. Er war nach seiner aktiven Laufbahn im Schalker Aufsichtsrat und im Marketingbereich der Königsblauen tätig, ehe es im Juli 2009 zur „einvernehmlichen Trennung“ kam. Thon ist immer noch einer von drei Aufsichtsratsmitgliedern einer IT-Firma aus Erkrath, sitzt zudem im Verwaltungsrat der „Gofus“ (Golf spielende Fußballer), die bei Turnieren viel Geld für caritative Zwecke sammeln. Er hat ein kleines Büro in Dorsten inklusive Vorzimmerdame, „da musste ich hin, weil mich meine Frau zuhause nicht mehr ertragen konnte“. Zudem tritt Thon als Kolumnist (Kicker), als Fernsehexperte (Spieltaganalyse bei Sport 1) und Radiostimme (Bayern 1) in Erscheinung. Ganz nebenbei läuft er auch noch Marathon. „Mit einer Bestzeit von 3:53,57 Stunden beim Ruhr-Marathon“, wie Thon stolz erwähnt . Vom Fast-Abstieg auf Platz sechs Doch sein Lieblingsthema ist der VfB Hüls, auch wenn der Klub nur in der fünften Liga spielt. Dort hat der Wahl- Schermbecker am 3. April 2010 den Trainerposten übernommen. „Zu diesem Zeitpunkt hatte die Truppe vierzehn Spiele in Serie nicht gewonnen und war stark abstiegsbedroht“, erzählt der Fußballlehrer. Mittlerweile hat man die Liga gehalten, steht aktuell auf Rang sechs.Der frühere Mittelfeldstar, der in der Jugend der STV Horst-Emscher als linker Verteidiger begann, wählte laut eigener Aussage bewusst eine untere Klasse als erste Trainerstation. Ein, zwei oder drei Jahre will ich noch in Hüls machen. Die Leute dort wissen ja, dass ich irgendwann weiter nach oben will.“Thon will als Übungsleiter seiner Truppe auch keine oberlehrerhaften Vorträge halten, auch wenn er zu seiner aktiven Zeit wegen seiner bisweilen hochtrabenden Vorträge vor laufender Kamera „Professor“ genannt wurde „Ich habe oft übertrieben“, gesteht Thon. „Aber ich bin froh, dass ich immer erst überlegt habe und dann den Mund aufgemacht.“Zu rechtfertigen braucht sich der 52-fache Nationalspieler im Nachhinein ohnehin nicht, denn er hat seine eigene Sportgeschichte geschrieben. Thon verwandelte bei der WM 1990 im Halbfinale gegen England den entscheidenden Elfer und trug somit wesentlich zum Titelgewinn Deutschlands bei. Das für ihn „beste einzelne Spiel“ fand aber 1984 statt, es war das 6:6 im Pokal bei Bayern München, als Thon im Alter von 18 Jahren und einem Tag drei Tore erzielte. Der heute 44-Jährige erinnert sich an eine witzige Begebenheit kurz vor Abpfiff. „Es stand 6:5 für die Bayern, da lief mir Schiedsrichter Wiesel am Mittelkreis über den Weg“, erzählt Thon. „Komm Olaf! Einer geht noch!“ soll der Pfeifenmann damals gesagt haben. „Na ja, dann habe ich halt noch einen gemacht!“Als Thon 1997 als Schalker Uefa-Cup-Sieger aus Mailand nach Schermbeck zurück kehrte, bekam er den Ehrenbürgertitel der Gemeinde verliehen. Noch heute zockt Thon mit dem damaligen Bürgermeister Wilhelm Cappell Skat. „Genau einmal pro Jahr“, verrät Thon.Und dann ist Fußballlehrer, Kolumnist, TV-Experte, Golfspieler, Idol und Großunternehmer Thon ja auch noch Ehrenmitglied im Schalke-Fanklub „Königsblaue Schermbecker“. „Da müsste ich mich allerdings mal wieder sehen lassen“, gesteht der Mann auf der Eckbank, die für uns ein Sofa ist.


           
        
            
            
  
            
            

            
            

           
            


          
                
           

 
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